Immer öfter Ärger ums kostenlose Konto

Montag den 13.03.2017

Viele Banken halten auf Gedeih und Verderb daran fest und werben mit einem kostenlosen Girokonto. Dabei müssen Kunden zum Teil sehr wohl dafür bezahlen, wenn sie die Dienstleistung Konto in Anspruch nehmen – wenn auch nicht sofort. Das sorgt für Ärger, Abmahnungen und letztlich auch Richtersprüche. Ein klares Zeichen dafür, dass der Markt schwieriger geworden ist, nicht nur für Banken, sondern auch für Verbraucher.

Gelbe Karte für versteckte Kosten

Als eine der ersten Banken ist die Sparda Bank West ins Fettnäpfchen getreten. Wie bereits berichtet, verlangte sie Gebühren für die Bankkarte, sprach aber weiterhin von einem kostenlosen Konto. Jetzt hat es die netbank erwischt. Sie erhielt eine Abmahnung von der Verbraucherzentrale Hamburg. Denn obwohl ab April 3,50 Euro Kontoführungsgebühren erhoben werden, steht weiterhin „kostenlos“ auf der Internetseite.

Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale erklärt, warum das Bankhaus abgemahnt wurde: „Wer wechselt schon sein Girokonto, wenn klar ist, dass die kostenlose Kontoführung nur wenige Wochen währt?“ Damit hat sie absolut recht. Wenn nach einem neuen Konto gesucht wird, sind die Kosten einer der wichtigsten Entscheidungsfaktoren. Bei der netbank musste man jedoch erst lange danach suchen, dass künftig ein Entgelt berechnet wird.

Günstig aber nicht kostenlos

Mit 42 Euro im Jahr ist das Angebot nicht einmal sonderlich teuer und wäre damit durchaus eine Alternative zu teureren Offerten. Doch hier geht es ums Prinzip. Die Mehrheit der neuen Kunden, so die Verbraucherschützer, „dürfte sich trotzdem über den Tisch gezogen fühlen“.

Letztlich ist es die mangelnde Transparenz, die hier im Vordergrund steht. Dieser Vorwurf ist nicht neu und wird von der Stiftung Warentest im Zuge ihres großen Girokontovergleichs immer wieder vorgebracht. Die Politik hat diesbezüglich zwar klare Forderungen gestellt, auch um Verbraucher den Vergleich und damit den Kontowechsel zu erleichtern. Getan hat sich allerdings nur wenig. Von daher darf man gespannt sein, wann die nächste Bank die gelbe Karte erhält.