Prognose: Die Kontoführungsgebühren steigen weiter

Montag den 23.01.2017

2016 war mit Blick auf das Girokonto ein durchaus bewegtes Jahr. Das Konto für Jedermann wurde auf den Weg gebracht. Banken müssen beim Girokontowechsel aktiv Hilfe leisten. Statt der guten alten Kontonummer benötigt man jetzt die International Bank Account Number (IBAN). Viele Veränderungen, die insbesondere den Kunden zugutekommen. Auf der anderen Seite steht eine Entwicklung, die auch in den nächsten Jahren noch weiter anhalten könnte: Die Gebühren für das Konto steigen.

Kostenlose Konten werden seltener

Oliver Fischer von der Unternehmensberatung Oliver Wyman erklärte dazu gegenüber dem Handelsblatt: „Banken müssen mehr im Zahlungsverkehr verdienen, damit sie profitabel bleiben.“ Dazu gehöre auch, dass die Preise für das Girokonto weiter angehoben werden. Keine guten Aussichten also. Aber: Der Experte und sein Kollege Gökhan Öztürk sehen auch in 2017 nach wie vor Banken, die ihre Konten kostenlos anbieten.

Das eigentliche Problem ist hinlänglich bekannt: die Zinsen. Die Branche erzielt knapp 70 Prozent ihrer Umsätze mit dem Zinsüberschuss. Das wird angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase immer schwerer. Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon rechnet für 2016 mit einem Ergebnis, das um „um einige hundert Millionen Euro niedriger“ sein wird als 2015.

Banken steigern Einnahmen über Gebühren

Darauf müssen die Unternehmen reagieren. Entweder sie sparen. Oder aber sie verdienen an anderer Stelle mehr. Da die Kostenbremse bei vielen Banken längst ausgereizt ist, bleibt nur der Weg, die Erträge rund um Konto und Karten zu steigern. Die Unternehmensberatung Oliver Wyman erwartet einen Anstieg der Einnahmen aus dem Privatkunden-Zahlungsverkehr von 7,4 auf knapp 12,3 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020. Maßgeblich dazu beitragen werden die Gebühren für das Girokonto. Die Finanzexperten prognostizieren bis 2020 einen Anstieg der Kontoführungskosten um jährlich zehn Prozent. Dieser Weg hat sich bereits in diesem Jahr abgezeichnet.

Leichter wird es für Banken auch in Zukunft nicht. Mit der neuen EU-Zahlungsdiensterichtlinie werden die Tore für Finanztechnologiefirmen weiter geöffnet. Banken müssen ihre Schnittstellen offenlegen. Das nützt vor allem dem digitalen Zahlungsverkehr. Auch auf die Kunden kommen damit einige Veränderungen zu. Verlassen können sie sich dabei weiterhin auf einen Fels in der Brandung: Den Girokontovergleich als Wegweiser zum besten und günstigsten Konto.