Pur oder Paket: Das Girokonto verändert sich

Sonntag den 23.10.2016

Die Zeiten des kostenlosen Girokontos sind (weitgehend) vorbei. Es lebe das Premium-Konto. Angesichts der aktuellen Umstände, vor allem der Niedrigzinsphase, gehen viele Banken neue Wege. Statt mit aller Macht an kostenfreien Modellen festzuhalten, wird an der Leistung geschraubt und dafür mehr Geld verlangt. Auf diese Weise entstehen immer mehr Premium-Pakete. Ob der Inhalt den Preis wert ist, muss jeder Kunde für sich entscheiden.

Premiumkonten erobern den Markt

Aus dem Reigen der neuen Offerten sticht die Commerzbank derzeit klar hervor. Ihr Premium-Girokonto umfasst ein Jahr lang Amazon Prime, das sonst 49 Euro im Jahr kostet, sowie jeweils zwei gebührenfreie Giro- und Kreditkarten. Kostenpunkt: 9,90 Euro pro Monat. Sicherlich ein interessantes Angebot, aber längst nicht für jeden.

Das gilt letztlich für jedes Kontopaket. Denn neu ist die Idee nicht, mehrere Produkte um das Girokonto zu bündeln. Bislang waren das vor allem eine Kreditkarte, ein Tagesgeldkonto und in der Regel auch ein Depot. Heute werden zum Beispiel zusätzlich Versicherungen angeboten, die bei der Kreditkarte inkludiert sind und greifen, sobald mit Karte bezahlt wird. Oder es gibt günstige Tickets für den Nahverkehr wie bei der BW Bank.

Auf das Kleingedruckte achten

Dabei gilt seit jeher: Es kommt auf das Kleingedruckte an. Denn auf dem Papier klingen die meisten Offerten zunächst wunderbar. Schaut man sich die Details näher an, sind sie weit weniger lukrativ. Vor allem aber muss man sich im Klaren darüber sein, ob die Extra-Leistungen überhaupt benötigt werden. Schließlich bezahlt man dafür, und das dauerhaft.

Den meisten Kunden dürfte das klassische Paket mit Konto und Karten vollkommen ausreichen. Wer mehr möchte und auch bereit ist, ein paar Euro extra für das Girokonto auszugeben, muss sich die Angebote ganz genau ansehen. Hier sollte – wie schon seit Jahren – ein Girokontovergleich durchgeführt werden. Denn was nützt einem Single ein Konto mit Gratis-Partnerkarte oder ein Paket mit Kfz-Schutzbrief, wenn man seit Jahren Mitglied im ADAC ist? Also Augen auf bei der Kontowahl.