Postbank: Besserverdiener sparen beim Girokonto

Freitag den 26.08.2016

Vor 20 Jahren war die Postbank eines der ersten Kreditinstitute, das mit einem kostenlosen Girokonto warb. Jetzt zählt sie zu den ersten Großbanken, die es wieder abschaffen – zumindest teilweise. Denn junge Verbraucher bis 23 Jahre und gut verdienende Kunden mit einem Gehaltseingang ab 3.000 Euro zahlen auch weiterhin keinen Cent für die Kontoführung. Eine Entscheidung, die Fragen aufwirft und viele Postbankkunden verärgern dürfte.

Die Kontogebühren steigen

Über höhere Gebühren rund ums Konto denkt die Postbank schon lange nach. Der erste Schritt war es, die bislang kostenlosen beleghaften Überweisungen zu streichen. Stattdessen müssen jetzt 99 Cent pro Transaktion bezahlt werden. Schon diese Maßnahme schlug seinerzeit Wellen. Jetzt auch noch die Gebührenschraube für die Kontoführung anzuziehen, sorgte für ein nicht minder großes Medienecho.

Damit rückt das Girokonto wieder einmal ins Blickfeld, und zwar mit einem leicht bitteren Beigeschmack. Die Lösung für unzufriedene Verbraucher liefern die meisten Magazine und TV-Sender gleich mit: Das Konto wechseln. Denn es gibt nach wie vor eine Reihe von Direktbanken, die komplett auf Kontoführungsgebühren verzichten. Ob die jeweiligen Kontomodelle zum eigenen Nutzerverhalten passen, sollte vorab über einen Girokontovergleich geklärt werden. Denn ein Kontowechsel ist mit Arbeit verbunden. Da sollte man besser nicht vom Regen in die Traufe geraten.

Das Kapitalnutzungsrecht

Bleibt die Frage, warum die Postbank das Girokonto für Kunden mit hohem Einkommen auch weiterhin kostenlos anbietet. Dahinter steckt das Kapitalnutzungsrecht, das der Bank eingeräumt wird. Der Kontoinhaber erlaubt dem Kreditinstitut, mit dem Geld zu arbeiten. Und je mehr Geld jeden Monat auf dem Konto landet, desto höher ist der Nutzen für die Postbank. Deshalb bleibt Besserverdienern die Kontoführungsgebühr als kleine Gegenleistung erspart. Für alle anderen im Grunde genommen ein Schlag ins Gesicht.