Was bedeutet das Filialsterben fürs Girokonto?

Dienstag den 2.08.2016

Die Deutsche Bank schließt im kommenden Jahr dutzende Filialen. Andere Banken und Sparkasse sind ebenfalls dabei, ihr Filialnetz auszudünnen – und das bereits seit Jahren. Kunden, die es gewohnt sind, ihre Bankgeschäfte quasi in der Nachbarschaft zu erledigen, müssen umdenken und teils kilometerweit fahren. Auf das Girokonto an sich wird diese Entwicklung keine Auswirkungen haben. Wohl aber darauf, wie es genutzt wird.

Banken sparen Kosten ein

Weniger Filialen ist für Banken gleichbedeutend mit weniger Kosten. Hinzu kommt, dass immer mehr Kunden auf das Online-Angebot der Kreditinstitute zurückgreifen statt sich persönlich beraten zu lassen. Das alles führt nach und nach zu einer Konzentration auf wenige Standorte. Während jüngere Verbraucher durchaus damit leben können, stehen ältere Bankkunden vor einem echten Problem. Um Kontoauszüge drucken zu können oder Überweisungsaufträge einzureichen, müssen sie sich auf den Weg in die nächstgrößere Stadt machen. Das ist für viele leichter gesagt als getan.

Onlinebanking wird immer wichtiger

Die Alternative: der Umstieg auf ein Onlinekonto. Und genau dahin wird der Weg des Girokontos führen. Die Voraussetzungen dafür wurden längst geschaffen. Die meisten Kontomodelle sehen bereits Onlinebanking vor. Teils mit Option, sämtliche Bankgeschäfte auch in der Filiale zu erledigen – gewissermaßen ein Hybridkonto.

Das Leistungsspektrum des Girokontos wird dadurch nicht tangiert. Es dient nach wie vor als Finanzzentrale für alle Geldein- und -ausgänge, Lastschriften und Daueraufträge sowie die Abrechnung der Kreditkarte. Und das zu unveränderten oder sogar steigenden Kontoführungsgebühren. Obwohl die Kundennähe flöten geht, lassen sich viele Banken das Girokonto sehr gut bezahlen. Ein Umstand, der auf Dauer dazu führen könnte, dass sich mehr Kunden für ein kostenloses Konto bei einer Direktbank entscheiden. Insbesondere, wenn sie ohnehin gezwungen sind, ihre Finanzen online zu verwalten.