Das Ende vom kostenlosen Girokonto?

Dienstag den 22.03.2016

Lange ließen die Unken nicht auf sich warten, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf null Prozent gesenkt und den Einlagenstrafzins für Banken angehoben hatte. Einer der Ersten, die sich meldeten, war Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon. Seine Aussage: „Die Zeit von kostenlosen Girokonten ist vorbei.“ Puh, das saß – und ließ viele Verbraucher hellhörig werden. Doch muss jetzt tatsächlich jeder mit drei, fünf oder mehr Euro Kontoführungsgebühren pro Monat rechnen?

Die Fortsetzung der Kontogebühren-Debatte

Zunächst einmal kann Georg Fahrenschon nur für seinen Verband und die angeschlossenen Geldinstitute sprechen. Ob sie den EZB-Entscheid zum Anlass nehmen, an der Gebührenschraube zu drehen, überlegt dann jede Sparkasse für sich. Viele haben bereits neue Kontomodelle eingeführt. Andere werden folgen.

Neu ist die Diskussion nicht. Die Debatte über kostenlose Konten schwellt bereits seit Monaten vor sich hin. Die EZB hat mit ihrem Kurs lediglich neuen Sauerstoff an die Glut gebracht. Ebenfalls bekannt: Das Null-Euro-Girokonto ist insbesondere Filialbanken schon längere Zeit ein Dorn im Auge.

Schwer: die Umkehr vom Null-Euro-Konto

Den Kunden jetzt zu verkaufen, sie müssten für ihr einst kostenloses Girokonto künftig ein paar Euro bezahlen, wird allerdings ein extrem schwerer Weg. Zum einen, weil die meisten Verbraucher zunehmend kostensensibel agieren. Daraus ergibt sich andererseits die Gefahr, dass Banken, die mehr Geld verlangen, ihren Kundenstamm nach und nach verlieren.

Denn vonseiten der Direktbanken mit kostenlosem Girokonto gibt es bislang noch keinerlei Bestreben, die Preispolitik zu überdenken. Das gilt laut eines Medienberichts der „Welt“ unter anderem für die ING-DiBa, die Consorsbank und die comdirect bank. Sie „leiden“ zwar auch unter den neuen Rahmenbedingungen, haben dank schlanker Kostenstrukturen aber einen deutlich komfortableren Puffer, ehe sie Kunden zur Kasse beten müssen.

Verbraucher sollten den Wettbewerb nutzen

Am Streit, ob ein Girokonto überhaupt kostenlos sein darf, wird das wenig ändern. Diesbezüglich gehen die Meinungen weit auseinander. Solange die Option noch besteht, und einige Banken auf Kontoführungsgebühren verzichten, gibt es zumindest einen echten Wettbewerb. Und den sollten Verbraucher nutzen. Sie können mit einem Girokonto-Vergleich auf girokonto.info schnell und ohne großen Aufwand genau das Kontomodell finden, das zu ihnen passt – kostenlos, günstig oder einfach nur gut.