Basiskonto erst ab September 2016?

Dienstag den 26.01.2016

Obwohl das sogenannte „Girokonto für Jedermann“ schon seit Monaten im Gespräch ist und inzwischen klare Regeln formuliert wurden, geht es den Banken und Sparkassen zu schnell. Sie warnen vor unlösbaren Problemen, insbesondere für mittelständische Institute. Ihre Forderung an den Finanzausschuss des Bundestages: Die Einführung des Basiskontos nicht vorzudatieren, sondern das Gesetz wie von der EU vorgegeben erst am 18. September 2016 in Kraft treten zu lassen.

Während die Politik von Anfang an bemüht war, beim Basiskonto aufs Tempo zu drücken, treten die Bankenverbände auf die Bremse. Verwunderlich ist das nicht. Schließlich stellt das Girokonto für Jedermann einen großen Schritt dar. Initiiert wurde er von der Europäischen Union. Das Gesamtpaket, das nun auf den Weg gebracht werden muss, umfasst neben dem Basiskonto auch Vorgaben zum Kontowechsel, den demnächst die Banken organisieren müssen, und die bessere Vergleichbarkeit der Kosten und Gebühren.

Das Basiskonto kommt einer Million Menschen zugute

Dass die Finanzbranche nun in die Pflicht genommen wird, und das gleich mehrfach, hat von Anfang an für Bauchschmerzen bei Banken und Sparkassen gesorgt. Der größte Klotz am Bein scheint das Basiskonto zu sein. Es soll, so die Pläne der Bundesregierung, einer Million Menschen zugutekommen, die bislang kein eigenes Girokonto haben. Für Banken heißt das: Sie dürfen keinen Kontoantrag mehr abweisen. Zwar gibt es nach wie vor Ablehnungs- und Kündigungsgründe. Doch die sind den Instituten zu lasch. So wäre es beispielsweise Bankräubern möglich, drei Jahre nach ihrer Tat ein Konto bei der Bank zu beantragen, die sie überfallen haben.

Ob den Banken nun mehr Zeit eingeräumt und weiter an den Details gefeilt wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass die Zahlungskontenrichtlinie bis zum 18. September 2016 umgesetzt sein muss. Das Basiskonto soll allerdings schon deutlich eher an den Start gehen. Denn hier sieht die Regierung dringenden Handlungsbedarf – vor allem aufgrund der „hinlänglich bekannten Praxis“ einiger Banken, trotz Richtlinie weiterhin Kunden abzulehnen.