Startguthaben beim Girokonto: Banken sind spendabel?

Mittwoch den 21.10.2015

Die Hauptrolle auf dem Finanzparkett wird auch in den kommenden Jahren das Girokonto spielen. Ohne eigene Bankverbindung lassen sich schließlich weder Wertpapiere kaufen noch Versicherungen bezahlen. Dessen sind sich die Kreditinstitute bewusst. Ebenso der Tatsache, dass neue Kunden beim Girokontovergleich deutlich kritischer geworden sind. Da hilft es bisweilen, den Köder etwas üppiger zu gestalten. Die meisten Unternehmen greifen dabei auf ein simples und bewährtes Mittel zurück: den Bonus.

Bis zu 100 Euro erhalten Verbraucher derzeit, wenn sie ein neues Konto eröffnen und es als Gehaltskonto führen. Die Idee dahinter hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, war kurz aus der Mode und ist jetzt wieder da. Ein Vergleich der FMH-Finanzberatung im Auftrag des Handelsblatts ergab, dass derzeit 17 Banken eine Wechselprämie ausloben. Die Offerten starten bei 50 Euro. Zu beachten ist dabei vor allem, welche Bedingungen an das Startguthaben geknüpft sind und wie es generell um die Konditionen beim Girokonto bestellt ist.

Bedingung für den Bonus ist ein Mindestgeld- oder ein Gehaltseingang ab 800 bis 1.200 Euro – je nach Bank. Andere verlangen ein durchschnittliches Mindestguthaben im Quartal. Welche dieser Voraussetzungen einfacher zu erfüllen ist, bleibt individuell verschieden. Gleiches gilt für die Frage, ob es sich überhaupt rentiert, das Girokonto nur wegen der Boni zu wechseln.

Denn trotz der spendablen Begrüßung von Neukunden halten Banken bei den täglichen Geschäften gerne die Hand auf. Mal fällt eine Gebühr für die Girocard oder die Kreditkarte an. Mal muss für Überweisungen in Papierform gezahlt werden. Bedacht werden sollte darüber hinaus, wie es um die Bargeldversorgung bestellt ist. Also, wo kostenfrei Geld abgehoben werden kann. Nur an bestimmten Automaten oder gar weltweit per Master- oder Visacard? Und nicht zuletzt die Überlegung, ob man eine persönliche Beratung vor Ort wünscht oder auf reines Online-Banking setzt.

Diese Kriterien sollten bei der Wahl des Girokontos die Oberhand behalten, nicht der mögliche Bonus. Denn gerade die laufenden Kosten, wie für den Dispo, sollte man nicht unterschätzten. Dann spart man mit dem richtigen Konto auf Dauer mehr Geld, als mit einem Angebot, bei dem man am Anfang absahnt und danach selbst in die Tasche greifen muss.