Gesetzesnovelle soll den Girokontowechsel vereinfachen

Dienstag den 22.09.2015

Der Wunsch nach einem neuen und in der Regel günstigeren Girokonto wird bei vielen Verbrauchern nach wie vor von den Ängsten vor einem Kontowechsel überschattet. Statt Nägel mit Köpfen zu machen, bleiben sie ihrem bisherigen Kreditinstitut treu. Selbst dann, wenn es dutzendfach bessere Angebote gibt und der Wechsel zunehmend leichter wird. Vielleicht sorgt die Novelle des Zahlungskontengesetzes, mit der im Frühjahr 2016 gerechnet wird, für frischen Wind. Dann nämlich sind die Banken in der Pflicht, den Papierkram rund um den Girokontowechsel zu erledigen.

Das könnte durchaus eine Kundenwanderung auslösen. Denn laut einer Studie der comdirect bank denken 58 Prozent der Bundesbürger über eine neue Bankverbindung nach. Aktiv geworden sind bisher aber nur knapp 21 Prozent. Die Gründe dafür: Die Scheu vor Formularen und der Identitätsprüfung (sofern man sich für eine Direktbank entscheidet). Das deckt sich mit den Daten, die vor zwei Jahren vom Verbraucherzentrale Bundesverband erhoben wurden. Schon seinerzeit fanden 29 Prozent der Bannkunden den Wechsel zu arbeitsintensiv.

An einigen Problemen haben die Unternehmen bereits gearbeitet. Statt zur Post laufen zu müssen, um sich mit dem Ausweis zu legitimieren, kann alles bequem am PC oder mit einem Smartphone erledigt werden, per Videochat. Auch bei Lastschriften und der Information der Zahlungspartner übernehmen viele Banken bereits einen Großteil der Arbeit. Wie genau Banken Neukunden bei einem Girokontowechsel unterstützen, sollte vorher geklärt werden, damit ein reibungsloser Übergang gewährleistet ist und es später keine Probleme gibt.

Spätestens mit dem neuen Zahlungskontengesetz, das aufgrund des Rechts auf ein Konto bzw. das Girokonto für jedermann für Aufsehen sorgte, soll alles noch leichter werden. Eines der Ziele ist ein vereinfachter Wechsel der Bankverbindung. Verbraucher sollen die Unternehmen dann beauftragen können, den Wechsel vorzunehmen. Inklusive aller nötigen Schreiben, damit zum Beispiel der Arbeitgeber, Versicherungen oder Sportvereine rechtzeitig über den Bankwechsel informiert werden. Spannend wird es allemal. Denn mit der Novelle rückt der Service wieder in den Vordergrund.