Boni beim Girokonto: nett, aber nicht ausschlaggebend

Dienstag den 7.10.2014

Der Blick auf den Kontoauszug lässt Verbraucher am Anfang des Monats entweder kalt oder er treibt ihnen einen Hauch Zornesröte ins Gesicht. Immer dann, wenn die Kontoführungsgebühren abgebucht werden. Wofür genau, erschließt sich den meisten Kunden ohnehin nicht mehr. Bei einigen Banken sind es knapp 15 Euro im Quartal, bei anderen bis zu acht Euro im Monat. Wer nicht gerade auf Banken mit Lokalkolorit steht und die Treue zu einem Kreditinstitut als teuren Luxus versteht, lässt den Blick schweifen.

Dass man dabei auf eine der vielen Girokonto-Prämien stößt, ist sehr wahrscheinlich. Denn längst haben auch Banken mit Filialnetz erkannt, dass ein kleines Begrüßungsgeschenk den Kundenstamm erweitert. In der Mehrheit sind es allerdings die Direktbanken, die mit den Bonbons von 100 und mehr Euro locken. Doch lohnt es sich tatsächlich, der angestammten Bank den Rücken zu kehren? Erweist sich der Girokontowechsel später womöglich als Fehlentscheidung?

Vermeiden lassen sich künftiger Ärger und Probleme, indem von Anfang an auf die Bedingungen für das Girokonto und die Boni geschaut wird. Per Girokontovergleich lassen sich die meisten Eckdaten problemlos ermitteln, etwa die Gebühren für die Kontoführung, die Bank- und die Kreditkarten, das Wertpapierdepot und – falls man ihn in Anspruch nehmen möchte – den Dispositionskredit. Genauso wichtig ist das Kleingedruckte für das Startguthaben, das in der Regel einen Mindestgehalts- oder Mindestgeldeingang voraussetzt. Erfüllt man das Minimum nicht, gibt es keine Kohle.

Ein Beispiel, das gleich mehrfach (unter anderem vom Ex-Chefredakteur der Zeitschrift Test, Hermann-Josef Tenhagen) als kritisch bewertet wird, ist der Bonus beim 1-2-3 Girokonto der Santander Bank. Sie bietet bis zu 108 Euro pro Jahr. Den vollen Betrag gibt es aber nur, wenn auch ein kostenpflichtiges Depot und eine Baufinanzierung abgeschlossen werden. Die Gebühren dafür schlucken dann gleich wieder einen Teil des Bonus.

Man sollte also nicht blindlings jeder Offerte vertrauen, sondern sich ein Girokonto suchen, das den eigenen Ansprüchen am ehesten gerecht wird. Der Bonus ist dann eine nette Zugabe, darf aber nicht den Ausschlag geben. Übrigens: Volksbanken-Präsident Uwe Fröhlich kann dem Bonus-Gehabe nur wenig abgewinnen. Er spricht vom „Skalp-Geld“. Kein Wunder, schließlich haben es die Banken mit Bonus unter anderem auf Kunden von Volksbanken und Sparkassen abgesehen.