Das kostenlose Konto lebt

Dienstag den 20.05.2014

Totgesagte leben länger. Das scheint auch für das kostenlose Girokonto zu gelten. Vor Monaten geisterte noch eine Meldung durch die Medien, dass gebührenfreie Kontomodelle nach und nach von der Bildfläche verschwinden würden. Unrentabel, nicht kostendeckend und viele weitere Argumente pro Kontoführungsgebühr wurden von Experten und Bankern aufgefahren. Bis jetzt schaut das kostenlose Konto jedoch ziemlich rosig aus. Die Stiftung Warentest hat bei ihrem Girokontovergleich immerhin 68 kostenfreie Offerten zwischen den 176 untersuchten Konten gefunden.

91 Kreditinstitute wurden unter die Lupe genommen. Geht es um den Aspekt der kostenlosen Kontoführung, arbeiten viele Unternehmen längst ohne jedes Wenn und Aber. 30 Kontomodelle sind nach diesem Muster gestrickt. Bei einigen ist zusätzlich ein Bonus in Höhe von bis zu 115 Euro eingearbeitet. Der ist in der Regel zwar an eine Gehaltszahlung geknüpft, für die meisten Verbraucher aber durchaus erreichbar. Wo bleibt es also, das Ende der kostenlosen Konten?

Das Girokonto ist längst zum wichtigsten Produkt mutiert. Es zeigt nahezu jede Geldbewegung und macht es damit relativ einfach für Banken, weitere Leistungen wie günstige Kredite, Sparverträge oder Fonds an den Mann und die Frau zu bringen. Da wäre es doch dumm, seine Kunde mit exorbitant hohen Gebühren zu verärgern. Dann lieber ein paar Euro springen lassen und für die Zukunft auf eine WinWin-Situation hoffen. Sparer sind jedenfalls gut beraten, beim Girokonto etwas genauer hinzusehen. Zum einen, um nicht zu tief in die Tasche zu greifen. Andererseits, um ein Optimum an Leistung zu erhalten.

Einen Anhaltspunkt liefert die Stiftung Warentest. Laut ihrer Erhebung darf ein gutes Onlinekonto im Jahr nicht mehr als 40 Euro kosten und sollten die Gebühren bei einem Filialkonto unter 80 Euro bleiben. Diese Kriterien erfüllen immer mehr Girokonto-Modelle. Kunden, die eine Direktbank vorziehen, werden zum Beispiel bei der 1822direkt, der comdirect bank, Cortal Consors und der DAB Bank fündig.