Ab wann ist ein Girokonto zu teuer?

Montag den 30.10.2017

Der Weltspartag ist der ideale Anlass, sich mit den eigenen Finanzen zu befassen. Dazu gehören auch das Girokonto, die Kontoführungsgebühren, Jahresentgelte für Bankkarten und die Kosten für Buchungen. Viele Bundesbürger dürften bei dieser Rechnung auf einen Betrag von deutlich über 60 Euro pro Jahr kommen. Zu viel, sagt die Stiftung Warentest.

60 Euro sind zu viel

Wenn das Girokonto jährlich mehr als 60 Euro kostet, sollte man die Reißleine ziehen, raten die Finanzexperten. Dazu stehen Verbrauchern inzwischen viele Möglichkeiten offen. Sie können ein anderes, günstigeres Kontomodell bei der Hausbank wählen oder sich bei einem anderen Kreditinstitut nach einem kostenlosen Konto erkundigen. Welchen Weg man auch einschlägt: Unter dem Strich sollte das Girokonto preiswerter sein, ohne dass man dabei an Leistung einbüßt.

Die Leistung ist insofern von Bedeutung, weil das Girokonto nach wie vor die private Finanzzentrale darstellt. Hier landet der Lohn. Von hier aus werden Rechnungen bezahlt und Lastschriften eingezogen. Und auch die Kreditkartenrechnung wird in der Regel über das laufende Konto beglichen. Von daher sollte das Konto eine solide Leistungsbasis aufweisen.

Das Konto ist kein Sparbuch

Wozu ein Girokonto indes nicht gedacht ist: zum Sparen. Jahr für Jahr wird zum Weltspartag ermittelt, wie und wie viel rund um den Globus gespart wird. Die Deutschen stehen mit einer Sparquote von zehn Prozent auf Platz zwei der westlichen Länder. Jeder zehnte Euro landet in der Spardose, auf einem Sparkonto oder in einem Fondssparplan.

Das ist ein erfreulicher Wert, der jedoch dadurch geschmälert wird, dass die meisten Verbraucher „falsch“ sparen. 55 Prozent nutzen dazu ihr Girokonto und 31 Prozent das Kopfkissen oder eine Blechschatulle – oder anders ausgedrückt: Sie horten zu Hause Bargeld. Deutlich sinnvoller wäre es, überschüssiges Kapital auf ein Tagesgeldkonto zu übertragen und zumindest einen minimalen Zins zu erhalten. Da freut sich dann auch das Sparschwein.