Bankenverband plädiert für Transparenz beim Girokonto

Montag den 11.09.2017

Hand aufs Herz: Wer hat schon einmal das komplette Kleingedruckte für ein Girokonto gelesen? Das werden vermutlich nur wenige Verbraucher von sich behaupten können. Erst ellenlange Konditionen studieren zu müssen, um eine Ahnung zu haben, wie teuer welche Leistungen sind, gehört eben nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen von Bankkunden. Soll es auch nicht, sagt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Banken, Michael Kemmer. Er fordert volle Transparenz.

Leicht verständliche Kontomodelle

Dieser Wunsch ist genauso alt wie die Forderung nach dem Girokonto für jedermann, das inzwischen umgesetzt wurde. Bei den Bedingungen rund ums Konto scheint es allerdings noch nicht so weit zu sein, dass auch wirklich alle Institute eine klare Linie fahren. Das stört nicht nur Verbraucherschützer, sondern inzwischen auch den Bankenverband. Michael Kemmer betonte daher im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa, dass es nicht angehen könne, wenn ein Kunde erst zehn Seiten Kleingedrucktes lesen müsse.

Damit reagiert der Bankenverband unter anderem auf den Wildwuchs-Vorwurf des Verbraucherzentrale Bundesverbandes. Demnach würden viele Kreditinstitute ihre Kunden mit den neuen Gebührenmodellen verwirren, was nicht im Sinne der Branche sein könne.

Den Bedürfnissen der Kunden gerecht werden

Dass es unterschiedliche Angebote gebe, auch von ein- und derselben Bank, ist durchaus erwünscht. Denn nur so könne man den Ansprüchen der Kunden gerecht werden, erklärt Michael Kemmer. Das muss nicht so extrem ausfallen wie bei der Raiffeisenbank Oberursel mit einem Konto für 30 Euro pro Monat auf der einen und einer kostenlosen Variante auf der anderen Seite. Doch Angebote für Verbraucher, die lieber online auf ihr Girokonto zugreifen, und jene, die den Service in der Filiale nutzen, werden auch weiterhin die Angebotspalette prägen.

Weil Banken dabei nach ganz eigenen Kriterien agieren, stünden sie miteinander im Wettbewerb, betont der Bankenverband. Dadurch sei gewährleistet, dass Verbraucher beim Girokonto auch künftig nicht übermäßig belastet werden. Am Umstand, dass für einzelne Leitungen inzwischen Gebühren verlangt werden, ändere sich indes nichts. Zu diesem Schritt seien die Banken aufgrund der Niedrigzinsphase gezwungen.