Girokonto-Konditionen verkompliziert

Mittwoch den 26.07.2017

Früher reichte ein Blick auf die Kontoführungsgebühren. Heute müssen Verbraucher erst die Konditionen für ein Girokonto studieren, um die ungefähren monatlichen Kosten einschätzen zu können. Denn im Rahmen der Niedrigzinsphase und struktureller Anpassungen drehen Banken nicht nur an der Gebührenschraube. Sie wird auch breiter. Das sorgt für kompliziertere Preismodelle und die Kritik der Verbraucherschützer.

Immer neue Kontogebühren

Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), Klaus Müller, bringt die aktuelle Situation am Gebührenmarkt auf den Punkt: „In der Branche gibt es verbreitet Wildwuchs.“ Dabei sprechen die Konsumentenschützer bisweilen schon von „zweifelhaften“ Gebühren rund ums Girokonto.

Die Forderung nach einem komplett kostenlosen Konto steht dabei nicht einmal im Raum. Den Verbraucherschützern ist durchaus bewusst, dass Banken vor neuen, kostenintensiven Herausforderungen stehen. Neben der Digitalisierung und dem Datenschutz habe auch die Risikovorsorge bei den Kreditinstituten ihren Preis, weiß der vzbv. Das dürfe allerdings nicht zu unüberschaubaren Gebühren führen. Daher plädieren die Verbraucherzentralen für einfache und nachvollziehbare Kontomodelle.

Intransparente Zusatzgebühren

Davon sind viele Bankhäuser derzeit noch weit entfernt. Sie schaffen immer neue, meist intransparente Zusatzgebühren und schöpfen dabei jede nur erdenkliche Möglichkeit aus. Besonders beliebt scheint es, gleich mehrere Kontomodelle mit völlig unterschiedlichen Leistungen und Gebühren anzubieten. Mal ist die Girokarte kostenlos, mal werden fünf bis zehn Euro pro Jahr berechnet. Hinzu kommen bisweilen Kosten für das Geldabheben am Automaten und Negativzinsen für besonders hohe Guthaben auf Konto oder Sparbuch.

Klaus Müller warnt, dass sich Banken mit diesem Durcheinander keinen Gefallen tun. „Ich glaube, dass es im Eigeninteresse der Institute ist, die Verbraucher preislich nicht zu verwirren“, erklärte er im Gespräch mit einer Nachrichtenagentur. Der vzbv-Chef rät daher zu klaren Preismodellen ohne Experimente und einfachen, fair bepreisten Girokonten. Unser Girokontovergleich führt Sie durch das Wirrwarr!