Noch etwas holprig: der Girokontowechsel-Service

Dienstag den 30.05.2017

Das Zahlungskontengesetz verpflichtet Banken, Kunden beim Umzug ihres Girokontos zu helfen. Dadurch soll der Kontowechsel schneller und einfacher über die Bühne gehen. Vor allem aber gilt es, Verbraucher zu entlasten und ihnen die Angst vor diesem Schritt zu nehmen. Die Stiftung Warentest hat den Service von drei Banken unter die Lupe genommen, mit eher durchwachsenem Ergebnis.

Zwölf Tage für den Kontowechsel

Auf dem Papier sind die Vorgaben klar formuliert. Das bisherige Kreditinstitut muss der neuen Bank alle Buchungen der vergangenen 13 Monate zur Verfügung stellen. Anhand dieser Daten ist es dann an der künftigen Hausbank, alle Zahlungspartner zu ermitteln und zu informieren. Der gesamte Vorgang soll maximal zwölf Tage dauern.

Unter die Lupe genommen hat Test die digitalen Kontowechselservices von der Deutschen Kreditbank (DKB), der Berliner Sparkasse und der comdirect Bank. Bei diesen Angeboten kann der Kunde alles am eigenen PC in die Wege leiten. Dazu meldet man sich im neuen Konto an, nennt die bisherige Bank und loggt sich in die alte Bankverbindung ein. Danach sollten alle Buchungen aufgeführt werden, sortiert nach Lastschriften, Geldeingängen und Daueraufträgen. Bei zwei Banken hat das wunderbar geklappt, bei der dritten nur bedingt nach mehreren Anläufen.

Zahlungspartner informieren

Der Kunde muss dann im nächsten Schritt entscheiden, welche Zahlungspartner über das neue Girokonto informiert werden sollen. Den Brief verschickt die neue Bank. Unterschreiben kann der Kunde per Maus oder mit dem Finger auf seinem Smartphone.

Doch längst nicht alles läuft 100-prozentig rund. Die Stiftung Warentest hat fünf Problemfelder ausgemacht. Punkt eins ist, dass man erst einmal die Liste durchforsten und prüfen muss, ob auch alle Zahlungen gelistet sind. Hier gilt es, einmalige Zahlungen wie Lastschriften vom Einkauf im Supermarkt auszusortieren.

Vieles muss von Hand erledigt werden

Bisweilen fehlen auch die Adressen in der Buchungsliste. Dann muss der Kunde die Daten von Hand eingeben, teils mit Kundennummer. Daueraufträge müssen ebenfalls manuell gelöscht und neu eingerichtet werden. Zudem verlangen einige Zahlungspartner wie PayPal, dass die Bankverbindung selbst geändert wird. Problem Nummer fünf ist die digitale Unterschrift. Sie wird nicht von allen Zahlungspartnern akzeptiert.

Das heißt: Selbst mit Kontowechselservice – für den in der Regel keine Gebühren erhoben werden – ist noch viel Handarbeit gefragt. Vor allem aber sollte man sehr genau prüfen, ob auch wirklich alle Zahlungspartner erfasst wurden. Belohnt wird man dafür mit einem günstigeren und besseren Girokonto.