BaFin sagt das Ende kostenloser Konten voraus

Dienstag den 16.05.2017

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat sich im Rahmen ihrer Jahrespressekonferenz ausführlich mit dem Thema Girokonto befasst und gleich mehrere Facetten ausführlich erläutert. Zu den Schwerpunkten gehörten das sogenannte Jedermann-Konto, bei dem längst noch nicht alles rund läuft, und die Gebührenstrukturen. In dem Zusammenhang stimmte BaFin-Präsident Felix Hufeld Bankkunden auf steigende Kosten ein.

Über 100 Interventionen zugunsten von Verbrauchern

Das größte Sorgenkind der BaFin ist im Moment das Basiskonto, das auch von Obdachlosen und Flüchtlingen beantragt werden kann. Ablehnen dürfen Banken nur in klar definierten Ausnahmesituationen. Diese Regeln scheinen noch nicht in allen Bankfilialen bekannt zu sein. In über 100 Fällen wurde die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht aktiv und musste intervenieren. Heißt: Sie setzte durch, dass die Bank dem Kunden ein Girokonto einrichtet.

„Nur 17 Mal mussten wir dies förmlich anordnen. In anderen Fällen haben die Institute nach unserer Anhörung reagiert“, erklärte Exekutivdirektorin Béatrice Freiwald. Sie nannte auch gleich das zweite Problemfeld: die Gebühren für das Basiskonto. Sie müssen angemessen sein, was nicht immer der Fall zu sein scheint. „Abwehrpreise dürfen die Kreditinstitute nicht verlangen“, so Freiwald. Dazu wurden bislang zehn Geldhäuser angehört.

Aufwandsgerechte Preise gesunder Banken

Da die Entgeltmodelle und steigende Kontoführungsgebühren inzwischen seit Monaten kritisiert werden, ergriff BaFin-Präsident Hufeld Partei für die Branche. „Wer Kunde einer gesunden Bank oder Sparkasse sein will, muss akzeptieren, dass das Institut aufwandgerechte Preise verlangt und neue Ertragsquellen erschließt, wenn alte versiegen“, sagte Felix Hufeld.

Man habe sich zu sehr an Dienstleistungen zum Nulltarif gewöhnt. Das sei eine durchaus verständliche, aber auch kurzsichtige Haltung. Solange die Niedrigzinsphase anhalte, werde die Ertragslage der Unternehmen weiter belastet. Zudem schmelzen die Zinsüberschüsse. Dadurch steige der Druck auf die Institute. Und das umso mehr, wenn auch der konjunkturelle Rückenwind abflaue. Das heißt nicht, dass die BaFin sich grundsätzlich für höhere Kontogebühren ausspricht. Sie möchte stabile Banken.