Sparkassenkunden sind unzufrieden

Dienstag den 2.05.2017

Girokonten und Banken im Test

Sie hat in den vergangenen Wochen und Monaten bei vielen Verbrauchern spürbar zugenommen: Die Unzufriedenheit über die Hausbank und die Konditionen für das Girokonto. Kein Wunder also, dass immer mehr Kunden die Fühler ausstrecken und einen Kontowechsel in Erwägung ziehen. Doch wohin soll die Reise gehen? Antworten darauf versprechen unter anderem Girokontotests. Letztlich muss aber jeder individuell für sich entscheiden, welche Option optimal ist.

Testsieger: Direktbanken überzeugen

Die größte Anziehungskraft üben dabei derzeit zweifelsohne Direktbanken aus. Sie sind die klaren Gewinner der Niedrigzinsphase – zumindest im Hinblick auf den Kundenstrom. Dass sie auch bei Gebühren, Service und Leistung überzeugen können, belegen zwei aktuelle Girokontovergleiche. Der Nachrichtensender n-tv hat einen solchen Test in Auftrag gegeben. Dabei punkteten vor allem die Deutsche Kreditbank (DKB) und die ING-DiBa. Auf den weiteren Plätzen folgen die comdirect, die Santander Bank und die Consorsbank.

Ähnlich verhält es sich bei der Untersuchung des Hamburger Beratungsunternehmens S.W.I. Finance im Auftrag des Magazins „Euro“. Hier hatte die ING-DiBa zum vierten Mal in Folge die Nase vorn. Sie darf sich als „Deutschlands beste Bank“ bezeichnen, ist gleichzeitig „Deutschlands beliebteste Bank“ und bietet laut Test und Umfrage mit 150.000 Teilnehmern auch das beste Girokonto.

Sparkassenkunden sind unzufrieden

Sonderlich überraschend sind die Ergebnisse nicht. Viele Direktbanken haben schon früh erklärt, und halten sich auch aktuell noch daran, weiterhin ein kostenloses Konto anzubieten. Das spiegelt sich auch in der Wechselbereitschaft wider. Kunden von reinen Onlinebanken erklärten im Rahmen der Studie zu weniger als einem Prozent, sich eine neue Bank suchen zu wollen. Nimmt man auf der anderen Seite die Sparkassen, liegen die Quote der wechselwilligen Kunden bei über 42 Prozent.

Hauptursache dafür, dass vor allem Filialbanken um ihre Sparer fürchten müssen, sind die hohen Kontoführungsgebühren. Hinzu kommen die Kosten für die Nutzung von Geldautomaten und andere Entgelte, die seit Kurzem erhoben werden. Die meisten Kunden gehen übrigens davon aus, dass sie in Zukunft noch tiefer in die Tasche greifen müssen.

Das perfekte Konto finden

Wer die gleichen Befürchtungen bei seiner Hausbank hat, sollte sich einen Stift und ein Blatt Papier nehmen und darauf die Wünsche für das eigene Girokonto notieren. Ist Service vor Ort wichtig? Dürfen beleghafte Überweisungen Geld kosten? Soll eine Kreditkarte inklusive sein? All das sind Faktoren, über die man sich vor einem Kontowechsel Gedanken machen sollte, um dann mit einem Girokontovergleich das perfekte Konto zu finden.