Die Wechselbereitschaft beim Girokonto steigt

Mittwoch den 26.04.2017

Bislang haben sich viele Deutsche dagegen gesträubt, das Girokonto und damit die Hausbank zu wechseln. Inzwischen wird diese Einstellung immer öfter überdacht und trotz möglicher Bedenken ein neues Konto eröffnet. Diesen Trend belegen jüngste Studien. Demnach hat innerhalb der vergangenen zwölf Monate jeder zehnte Bankkunde einen Kontowechsel vollzogen. Die Zahl derer, die mit diesem Schritt liebäugeln, liegt deutlich höher.

Zehn Prozent haben bereits das Konto gewechselt

Eine Studie von Yougov unter 3.000 volljährigen Kontoinhabern bringt ans Licht, was im Verborgenen schon lange gärt: Der Ärger über hohe Kontoführungsgebühren und andere Entgelte, die im Zuge der Niedrigzinsphase eingeführt wurden, beflügelt die Wechselbereitschaft. Zehn Prozent haben demnach bereits Nägel mit Köpfen gemacht und jeder Zwölfte ist willens, in den kommenden zwölf Monaten den Antrag für ein neues Girokonto auszufüllen. Hinzu kommen jene, die grundsätzlich zum Girokontowechsel bereit sind.

Diese Entwicklung spüren vor allem Filialbanken. Sie treiben die Kosten in Regionen, wo die Luft zusehends dünn wird. Die Konsequenzen bekommen die Unternehmen in Form von Kündigungen auf den Tisch. Und das immer öfter, zumal der Girokontowechsel dank neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen deutlich einfacher geworden ist.

Direktbanken rücken in den Fokus

Allerdings wird die Mehrheit der Verbraucher das Hauptkonto wohl bei einer Filialbank belassen. Das gilt aktuell für vier von fünf Kunden. Fast 50 Prozent sind mit allen Konten bei einer Bank mit Niederlassung vor Ort. Diejenigen, die wechseln, steuern geradewegs auf Direktbanken zu. Alleine bei der ING-DiBa stieg die Zahl der Konten im vorigen Jahr um 370.000. Viele dieser Neukunden waren vorher bei der Postbank, die mit ihren überarbeiteten Kontomodellen knapp 500.000 Kunden verloren hat.

Welches Konto für die eigenen Zwecke am besten geeignet ist, im Hinblick auf die Kosten, den Service und die Leistung, sollte über einen Vergleich geklärt werden. Erst dann macht es Sinn, das Girokonto zu wechseln. Aus lauter Frust von einer zur nächsten Bank zu springen, kann nicht die Lösung sein. Denn das Konto ist und bleibt die private Finanzzentrale. Da sollte man bei seiner Wahl ganz sicher sein.