Gebühren für Barverfügungen machen das Girokonto teuer

Dienstag den 4.04.2017

„Wir sind am Ende der Umsonst-Kultur.“ Bundesbank-Chef Andreas Dombret bringt auf den Punkt, was Bankkunden derzeit erleben. Nachdem die Kontoführungsgebühren beinahe flächendeckend angehoben wurden, geht es Verbrauchern jetzt an anderer Stelle ans Portemonnaie: beim Geldabheben. Neben vielen Sparkassen verlangen auch immer mehr Genossenschaftsbanken Gebühren für die Nutzung der hauseigenen Geldautomaten.

Das Kontomodell bestimmt die Kosten

Die Nachricht, dass die Kunden von rund 40 Sparkassen dafür bezahlen müssen, wenn sie Geld am Automaten abheben, sorgte für ein mediales Beben. Jetzt wurde bekannt, dass auch die Volks- und Raiffeisenbanken mit ähnlichen Gebührenmodellen arbeiten. Das gilt für knapp 150 der rund 1.000 Institute. Ob und wie tief Kunden in die Tasche greifen müssen, hängt vom gewählten Girokonto ab.

Teils sind die ersten zwei oder drei Auszahlungen am Automaten kostenfrei. Bei anderen Banken wird bereits bei der ersten Barverfügung die Gebührenkeule geschwungen. 40 Cent, 50 Cent oder mehr müssen dafür berappt werden, dass man sich mit Bargeld versorgt. Am Schalter wird es noch teurer. Aufs Jahr gerechnet, wenn man viermal monatlich an den Automaten geht und 50 Cent je Abhebung zahlt, summieren sich 24 Euro an zusätzlichen Kosten.

Die Alternative: der Girokontowechsel

Den Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes dürfte es freuen, dass die Institute jetzt „durchgreifen“ und Gebühren erheben. Er hatte schon im vorigen Jahr das kostenlose Girokonto für tot erklärt und höhere Gebühren gefordert. Hintergrund ist, wie sollte es anders sein, die Niedrigzinsphase. Sie sorgt bei Banken und Sparkassen seit Jahren für sinkende Einnahmen.

Verbraucher, die von den neuen Gebühren überrascht wurden oder für ihr Girokonto deutlich mehr bezahlen sollen, sind gut beraten, sich nach besseren Angeboten umzusehen. Mit einem gezielten Girokontovergleich lässt sich relativ schnell klären, welche Banken gute und vor allem faire Konditionen bieten. Resultiert daraus ein Kontowechsel, müssen übrigens die alte und die neue Bank dafür sorgen, dass alles rund läuft.