Läuft weitgehend reibungslos: Hilfe beim Kontowechsel

Mittwoch den 22.03.2017

Der sogenannte Kontowechselservice gehört bei vielen Banken seit Jahren zum Leistungsspektrum – um Neukunden den Umzug so einfach wie möglich zu machen. Das hat den Verantwortlichen der EU allerdings nicht gereicht. Sie pochten auf eine gesetzlich verankerte Wechselhilfe. In Deutschland greift sie inzwischen sechs Monate. Banken und Sparkassen zeigen sich mit dem bisherigen Verlauf zufrieden, trotz einzelner Schwierigkeiten.

Banken halten sich an Vorgaben

Die Deutsche Kreditwirtschaft betonte auf Anfrage des Handelsblatts, dass die Vorgaben von den Instituten selbstverständlich beachtet werden. Woran es bisweilen hapert, so der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), sind die Fristen. Maximal zwölf Tage darf es dauern, bis das Girokonto komplett neu eingerichtet ist. „Wir bekommen schon Rückmeldungen von Sparkassen als aufnehmendes Institut, dass es nicht immer so hinhaut“, erklärt Joachim Schmalzl vom Vorstand des DSGV. In Einzelfällen dauere es länger.

Die für alle Banken geltenden Regeln besagen, dass vom bisherigen Geldinstitut eine Liste mit sämtlichen Aufträgen der vergangenen 13 Monate an die neue Bank und den Kunden übermittelt werden muss. Das ist für einen Girokontowechsel unerlässlich. Dass es bisher nicht immer klappt, sieht der Sparkassen- und Giroverband als „klassische Anfangsschwierigkeiten“.

Deutsche sind ihrem Girokonto treu

Neuland ist die Hilfe beim Wechsel des Kontos nicht. Laut Deutscher Kreditwirtschaft werden Kunden seit jeher aktiv unterstützt. Von daher hätte man, sagt Joachim Schmalz, „diese gesetzliche Regelung in Deutschland nicht gebraucht“. Er sieht die Regelungen stark „europäisch getrieben“.

Gefreut haben sich vor allem Verbraucherschützer. Sie sehen in der Kontowechselhilfe einen Anreiz, die Hausbank zu wechseln, wenn die Gebühren steigen. Aber: Selbst mit Unterstützung durch die Banken haben die Deutschen laut einer Studie des IT-Branchenverbandes Bitkom kaum Interesse an einem Kontowechsel. Im Juni 2014 hatten drei Viertel der Bundesbürger noch nie die Bankverbindung gewechselt. „Es gibt nicht die Schwemme von Wechslern, die vielleicht erwartet wurde“, so Joachim Schmalzl.